Verquere und gefährliche Logik

Der Pastor der größten Baptistengemeinde Deutschlands, Heinrich-Christian Rust, meinte: Wenn Sexualität zur Schöpfung gehöre, sei zu fragen, wie man von homosexuellen Christen erwarten könne, enthaltsam zu leben (idea-spektrum 4.6.2014). Wer dieser „Logik“ folgt, muß dieselbe Frage im Blick auf pädophile Kinderschänder und alle anderen sexuellen Perversionen ebenso stellen. Was sagt Heinrich-Christian Rust außerdem Unverheirateten? Schickt er sie ins Bordell? Es lohnt sich nicht, weiter nachzufragen. Mit seiner „Frage“ hebt Rust jede biblische Sexualethik restlos auf.

Klare Worte – nötiger denn je!

Wie nötig klare Worte sind, zeigen mehrere Vorgänge der vergangenen Wochen in Landes- und Freikirchen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister verkündete öffentlich: Man müsse damit ernst machen, daß die Bibel „ein ganz normales Stück Literatur sei“. Klartext: jeder, der sogenannte evangelische Kirche auch nur noch ansatzweise ernst nimmt, muß ohne Wenn und Aber die Amtsenthebung von Meister fordern. Alle Amtsträger aller evangelischen Kirchen in Deutschland müssten jede Form der Zusammenarbeit mit ihm strikt ablehnen. In den Präambeln der Verfassungen aller deutschen Landeskirchen, auch der hannoverschen, ist die Heilige Schrift als Grundlage des Lebens und der Lehre der Kirche benannt. Wer die Bibel zu einen „normalen Stück Literatur“ erklärt, hat damit die evangelische Kirche ihrer Grundlage beraubt. Er sollte ehrlicher gleich den Laden dicht machen. Wer da noch mitmacht, spielt kirchliches Kasperletheater.
Ähnliches muß leider auch über die beiden Repräsentanten unseres Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden – Präsident Hartmut Riemenschneider und Generalsekretär Christoph Stiba – berichtet werden. Auf der Bundesratstagung Ende Mai 2014 verkündeten sie „daß wir – alle mit der Bibel in der Hand und dem Geist Gottes im Herzen – zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangen“. Gemeint war vor allem der Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen im Bund. Klartext: Wer die Bibel nicht nur geschlossen in der Hand hat, sondern sie aufmacht, liest und ernst nimmt, der kann hinsichtlich der Bewertung von gelebter Homosexualität nicht zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangen. Die Aussagen der Bibel sind zu eindeutig. Das geben mittlerweile selbst die bibelkritischen Landeskirchler zu. Sie legen deshalb die Bibel gleich ganz offen aus der Hand – siehe Ralf Meister. Und wer den Geist Gottes im Herzen hat, der gehorcht Gottes Wort und verdreht es nicht in sein Gegenteil. Um die Bibeltreue und um das Kasperletheater ist es in unserem Bund leider nicht mehr besser bestellt, als in den abgefallenen Landeskirchen. Wir können nur dankbar sein, daß unser Bund keine hierarchisch übergeordnete Kirchenleitung kennt. In unserem kongregationalistischen Gemeindebund sind die Gemeinden selbständig. Bibeltreue Gemeinden unseres Bundes können zwar leider nicht verhindern, daß ihre Repräsentanten einen solchen Unsinn erzählen – sie sind auch in unserem Bund längst in der Minderheit. Sie können aber verhindern, daß derlei Unsinn in der eigenen Gemeinde verbreitet wird. Und dazu müssen wir Klartext reden.

Danke!

Hier möchte ich einmal herzlich all denen danken, die ohne Schnörkel und Halbherzigkeit für die Wahrheit eintreten. Drei seien stellvertretend für andere namentlich genannt:
Dank an den Neurophysiologen Professor Dr. Manfred Spreng/Erlangen. Er wies kürzlich in einem Leserbrief die Behauptung der Gender-Ideologen zurück, daß auf der Grundlage der Hirnforschung keine eindeutige Zuordnung des biologischen Geschlechts möglich sei. Die Unterschiede des biologischen Geschlechts seien vielmehr „in mindestens sieben Bereichen des Zwischenhirns und Großhirns“ zu finden.
Dank auch an die Journalistin Birgit Kelle, die einer Gender-Ideologin der Evangelischen Kirche in Deutschland öffentlich und fundiert zu widersprechen wagte.
Dank an Pfarrer Eberhard Troeger, einen führenden Islam-Kenner. Er wies darauf hin, daß die Wurzeln des „terroristischen Islamismus … vor allem im Islam selbst“ liegen. Was die christlich-abendländische Welt in fassungsloses Entsetzen stürzt an Brutalität und Menschenverachtung islamischer Attentate, das ist keine Entgleisung des Islam, sondern dessen konsequente Anwendung. Diese Tatsache ist offenkundig. Eberhard Troeger mahnt deshalb die dringende Notwendigkeit an „Koran und Sunna (die beiden wesentlichen Grundlagen des Islam) entschiedener zu hinterfragen und ihren Propagandisten zu widerstehen“.
Also noch einmal Dank denen, die es wagen, Klartext zu reden und die Dinge beim Namen zu nennen. Was geschieht, wenn man dies nicht tut, sondern windige und unwahrhaftige Kompromisse sucht, mußte jüngst die römisch-katholische Kirche erfahren. Am Pfingstsonntag hatte Papst Franziskus neben den Präsidenten Israels und der Palästinenser auch jüdische, christliche und muslimische Geistliche eingeladen. Gemeinsam sollten alle für den Frieden im Nahen Osten bitten. Wie soll das möglich sein, da die Muslime doch aufgefordert sind, die Ungläubigen zu verfolgen und zu unterwerfen? Tatsächlich beendete der muslimische Geistliche dann auch sein „Gebet“ mit einem Vers aus der 2.Sure: „Möge Allah uns zum Sieg gegen die Ungläubigen helfen!“ Nicht um gemeinsamen Frieden, sondern um Vernichtung und Unterwerfung der Juden und Christen betete er also. Eine dreiste Perversion des ursprünglichen Anliegens. Der Historiker Michael Hesemann warf den verantwortlichen Muslimen deshalb vor, den Vatikan „arglistig getäuscht“ zu haben. Wer den Islam kennt, den kann das nicht wundern. Die Lüge zur Täuschung der Feinde ist dort nicht nur erlaubt, sondern gegebenenfalls geboten.
Deshalb: Augen auf und Klartext reden und nicht windige und unwahrhaftige Kompromisse suchen.

Martin Luther gegen die heutigen „Bibeltreuen“

Zwischen Luther auf der einen sowie Zwingli und Oekolampad auf der anderen Seite tobte ein heftiger Kampf ums rechte Verständnis des Abendmahls. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, daß das Abendmahl tatsächlich nur der Auslöser für einen viel tieferliegenden Konflikt war: das rechte Verständnis der Bibel! Luther hat dazu 1527 eine Schrift verfaßt, die auch heute jedem herzlichst zum Lesen empfohlen werden kann: „Daß diese Worte: Das ist mein Leib etc., noch feststehen. Wider die Schwarmgeister“.
Luther beginnt diese Schrift mit den Worten: „Wie ist doch das Sprichwort so ganz wahr, daß man sagt: Der Teufel ist ein Tausendkünstler…. ganz besonders und über alle Maßen beweist er das in geistlichen, inneren Sachen, die Gottes Ehre betreffen und das Gewissen. Wie kann er sich da drehen, schleifen und lenken und wenden auf alle Seiten…, daß ja niemand soll selig werden und bei der christlichen Wahrheit bleiben!“
Rückblickend fährt Luther fort: „Am Anfang der Christenheit, als Gottes Wort durch die Apostel lauter und rein gepredigt wurde…, da sah es aus, als sollte es niemals Not haben, weil die heilige Schrift unter den Christen die Kaiserin war. Aber was konnte der Teufel nicht hinnehmen? Er konnte zuallerletzt geschehen lassen, daß allein die Schrift gelte …. So hatte er auch einige von seinen Leuten in den Schulen der Christen (gemeint: theologische Ausbildungsstätten), durch welche er in die heilige Schrift heimlich schlich und kroch. Als er nun hineingekommen (nämlich in die Auslegung der Heiligen Schrift) und seiner Sache sicher war, brach und riß er sie (gemeint: die Heilige Schrift) auseinander in alle Richtungen, richtete ein solches Gerumpel in der Schrift an … und weil jegliche Rotte die Schrift nach ihrem Belieben deutete, wurde es so, daß die Schrift anfing nichts mehr zu gelten.“
Dann schildert Luther den Schaden, der für die christliche Gemeinde durch einen solchen Umgang mit der Bibel entstanden ist: „Auf diese Weise konnte der Teufel den Christen ihre Waffe, Wehr und Burg (das ist die Schrift) ablaufen, daß sie (gemeint: die Bibel) nicht nur matt und untüchtig im Kampf gegen ihn wurde, sondern auch gegen die Christen selbst streiten mußte, und sie bei den Christen so verdächtig machte, als wäre sie ein Unwesen, gegen das sie sich wehren mußten. Sage mir, ist das nicht ein Kunststücklein des Teufels gewesen?“
Trefflich schildert Luther hier, wie es dem Teufel gelingt, die Bibel als Waffe gegen die Gemeinde Jesu selbst zu richten. Wie wird heute auch in „evangelikalen“ Kreisen und von „evangelikalen“ Leitern wie Michael Diener, das Wort Gottes verbogen und verdreht, daß am Ende das Gegenteil von dem herauskommt, was ganz eindeutig geschrieben steht! So wird Gottes Wort gegen die gläubige und gehorsame Gemeinde gerichtet. Wo sind heute noch „Evangelikale“, die es wagen, sich ohne Tricksereien und Deutelkünste ganz und gar zur Vollkommenheit und Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift zu bekennen? Man muß sie mit der Lupe oder schon eher mit dem Elektronenmikroskop suchen. Aber es wimmelt von solchen, die nicht genug vor dem christlichen „Fundamentalismus“ warnen und sich davon distanzieren können. Dabei sind „Fundamentalisten“ im echten Sinne des Wortes schlicht solche, die dem Wort Gottes vertrauen und ihr Leben auf dieses zuverlässige Fundament bauen. Das aber will der Teufel nicht. Sein ganzes Dichten und Trachten geht danach, dieses Fundament zu zerstören. Luther fährt fort: „Als nun die Schrift auf diese Weise ein zerrissenes Netz geworden war, mit dem sich Niemand halten ließ, sondern ein jeglicher bohrte sich ein Loch, wo ihm die Schnauze hinstand, und fuhr seinem Sinn nach, deutete und drehte sie, wie es ihm paßte… Da das der Teufel sah, spottete er und dachte: Jetzt habe ich gewonnen! Die Schrift liegt am Boden, das Schloß ist zerstört, die Waffen sind niedergeschlagen. Dafür flechten sie jetzt strohene Mauern und machen Waffen aus Heu…“.
Mit einer so vom Teufel zerfledderten „Bibel in der Hand“ läßt sich in der Tat keine geistliche Schlacht mehr gewinnen. Da können auch die Repräsentanten unseres Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden, Hartmut Riemenschneider und Christoph Stiba, kein klares biblisches Wort mehr sagen, sondern nur noch „unterschiedliche Erkenntnisse“ konstatieren. Aus der Heiligen Schrift, die schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert (Hebräer 4,12) hat man eine Waffe aus Heu gemacht, die zu nichts mehr taugt, als sich gegenseitig in der eigenen gottlosen Meinung zu bestärken. So ist die endzeitliche sogenannte „Christenheit“ hilflos an Satan ausgeliefert.
Herr, erbarme dich!

„Zeit zum Aufstehen“ – Michael Diener und die Bibel

„Die ganze Bibel ist Gottes Wort.“ So steht es in den Grundsätzen der Aktion „Zeit zum Aufstehen“. Michael Diener, Vorsitzender der Deutschen Ev. Allianz, hat sie mit 11 weiteren Personen angestoßen. Zweifel an der Lauterkeit dieser Aktion habe ich schon angemerkt (siehe unten). Seither haben mich einige weitere Informationen zu Michael Diener erreicht. Im evangelischen Kirchenboten der Pfalz wird im August 2009 über ihn berichtet: „Der neue Präses des Gnadauer Verbandes, der Pfälzer Pfarrer Michael Diener, differenziert gerne. Deutlich wurde dies, als die Landessynode diskutierte, ob die Kirche gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften segnen soll. Der pietistisch geprägte Diener lehnt dies für sich aus Gewissensgründen ab. Er kann aber gut damit leben, dass seine pfälzische Landeskirche eine solche Segnung zulässt, wenn sich Pfarrer und Presbyterium einig sind.“ Diener hat also vor 5 Jahren ausdrücklich grünes Licht für die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen durch seine pfälzische Landeskirche gegeben. Jetzt ruft er dazu auf, gegen das aufzustehen, was er selbst vor wenigen Jahren abgenickt hat! Muß hier über Glaubwürdigkeit und Lauterkeit noch ernsthaft diskutiert werden?
Daß Diener nicht glaubwürdiger und überzeugender auftreten kann, liegt in seiner Theologie und seiner Haltung zum Wort Gottes begründet. Im pfälzer Kirchenboten wird über Diener festgestellt „Er steht eher für ein historisch-kritisches Bibelverständnis“. Grundlage der historisch-kritischen Theologie ist aber, daß nicht die ganze Bibel Gottes Wort ist. Vielmehr sieht die historisch-kritische Theologie es als ihre Aufgabe, herauszuarbeiten, was in der Bibel zeitlos gültiges Gotteswort und was zeitgebundenes oder auch irrtümliches Menschenwort ist. Wie paßt das aber zur Aussage „Die ganze Bibel ist Gottes Wort“? Diese Aussage hat Diener mit unterschrieben!
Lassen wir dazu noch einmal den pfälzer Kirchenboten zu Wort kommen: „Im Blick auf sein Bibelverständnis sagte Diener: Für mich ist die Bibel Gottes Wort. Ich glaube, dass Gottes Wort irrtumslos ist in allem, was uns Gott durch sie sagen möchte.´“ Hier haben wir die Antwort auf die letzte Frage. Diener gibt sich bibeltreu obwohl er es mitnichten ist. Denn was er hier von sich gibt, ist Bibelkritik in Reinkultur nur bibeltreu getarnt. Tatsächlich ist für Diener eben nicht die ganze Bibel irrtumslos. Irrtumslos ist sie nur in dem, was Gott mir heute durch sie sagen will! Und wer entscheidet darüber? Mit dieser Formulierung von Diener ist jeder Willkür im Umgang mit der Bibel Tür und Tor geöffnet. Diener gebraucht Formulierungen, mit denen er der bibeltreuen Gemeinde eine Bibeltreue vorgaukelt, die bei Licht betrachtet keinen Pfifferling wert ist. Dies stellt Diener selbst weiter unter Beweis. 2013 erschien im Brunner-Verlag Nancy Beachs Buch „Die Kunst als Frau zu leiten“. Gegen Gottes Wort wird hier die Meinung vertreten, daß Frauen das öffentliche Lehr- und Leitungsamt in der Gemeinde wahrnehmen könnten. Diese völlig unbiblische Position (siehe Orientierung auf dem Weg der Nachfolge Nr. 20) rechtfertigt Michael Diener in seinem Vorwort zu diesem Buch so: „Nancy Beach ist der festen Überzeugung, daß Gottes Wort gilt und dass Frauen es heute in der Rollenfrage anders lesen dürfen, ja sollen und müssen, als das zur Zeit des Paulus war. Ich teile die Ansicht schon lange.“ Wir sehen wieder exakt dieselbe Masche: Zunächst wird betont „Gottes Wort gilt“. Was für ein herrlich bibeltreuer Satz. Aber dann wird diese Aussage ins pure Nichts aufgehoben. Denn Diener behauptet, daß wir Gottes Wort heute anders lesen dürfen, ja sogar „sollen und müssen“ als zur Zeit des Paulus. Gottes Wort gilt! Aber jeder kann es so lesen, so auslegen und draus machen, wo ihm grade die Schnauze hinsteht. Das ist „Bibeltreue“ a la Diener! Diese „Bibeltreue“ hat Martin Luther mit scharfen Worten gebrandmarkt (siehe dazu oben „Martin Luther gegen die heutigenBibeltreuen´“).
Mit einem solchen Umgang mit der Bibel, wie Diener ihn empfiehlt, kann mühelos auch die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen „biblisch“ begründet werden. Genauso wie Diener im Blick auf die Frauenordination argumentieren evangelische Kirchenleiter im Blick auf die Segnung Homosexueller.