Und führe uns nicht in Versuchung!

Diese Bitte des Vaterunsers, das uns Jesus selbst gelehrt hat!, lautet im griechischen Originalwortlaut: kai mh eisenengkhs hmas eis peirasmon – kai mä eisenengkäs ämas eis peirasmon. Der entscheidende Begriff, das Verb eisenengkäs, ist zusammengesetzt aus der Präposition eis = „hinein“ und dem Aorist von fero = „tragen, bringen“.

Wesentlich sind dabei zwei Feststellungen, soweit meine bescheidenen Griechischkenntnisse zutreffen: Das Verb ist aktiv formuliert. Eine passive bzw. mediale Übersetzung: „laß mich nicht in Versuchung geraten“ – ist grammatisch deshalb nicht richtig und nicht möglich. Subjekt kann auch nicht „wir“ sein, denn das Verb steht in der zweiten Person Singular und nicht in der ersten Person Plural! Der aktiv Handelnde ist in dieser Bitte ganz eindeutig „Unser Vater im Himmel“ selbst!

Die Präposition „eis“ beschreibt keinen Zustand, sondern einen dynamischen Prozess. Da befindet sich etwas in Bewegung „in etwas hinein“. Auch deshalb scheidet der Versuch der Wiedergabe: „Bewahre uns in der Versuchung“ aus. Sonst müsste statt der Präposition „eis“ = „in etwas hinein“ die zustandsbeschreibende Präposition „en“ = „in etwas drin“ stehen. Außerdem heißt das Verb „fero“ nicht „bewahren“, sondern tragen, bringen und meint hier das „tragen“ weniger im Sinne von Bewahrung, sondern von Transport.

Daß uns diese Bitte des Vaterunsers wohl allen schon Kopfzerbrechen bereitet hat, davon gehe ich aus. Aber gerade darin liegt ja auch der Knackpunkt rechten Bibelverständnisses, daß wir uns dann solche Bibelworte nicht nach unserem Gusto zurechtlegen, was Franziskus im Moment vorhat. Damit brechen wir ihnen die Spitze und rauben ihnen ihren tiefen Ernst. Den letzteren wirklich zu erfassen, darum geht es. Wie ich auch vorgestern in der Predigt nochmal drauf hingewiesen habe: der Ernst dieser Bitte ist, daß Jesus uns auf die dramatische Tatsache hinweist, daß der allmächtige Gott uns im Falle hartnäckiger Unbußfertigkeit und eigenen Beharrens auf falschen Wegen tatsächlich selbst zum Feind und „Versucher“ werden kann.

Gott ist Licht, und in ihm wohnt keine Finsternis. Das gilt und bleibt davon völlig unberührt. Aber dieser Gott des Lichtes und der Liebe ist eben auch der heilige und gerechte und zornige!!! Gott, der unsere Unbußfertigkeit ernstnimmt und entsprechend an uns handelt! Dieser Ernst wird durch den Vorschlag von Franziskus letztlich verneint und geleugnet. Denn ein heiliger und zorniger Gott paßt in die moderne Friede-Freude-Eierkuchen-Theologie nicht hinein!

Es ist deshalb an jeden von uns die Frage: Glauben wir an den Gott der Bibel? Oder glauben wir an einen selbst zurechtgeschneiderten Götzen, der so sein darf, wie er in unsere Vorstellungskraft und möglichst auch in unser Wunschdenken paßt?

20 Antworten auf „Und führe uns nicht in Versuchung!“

  1. Lieber Bruder Jakob,
    ganz hervorragend Ihre Aufklärung über diese göttliche Versuchung. Diese richtige Auslegung ist dringend nötig. Gerade wegen der Irrlehre der Unverlierbarkeit des Heils. Vielen Dank für Ihre Arbeit.
    Liebe Grüße
    G. Behringer

    1. Lieber Bruder Behringer, die Lehre von der Unverlierbarkeit des Heils würde ich nicht als „Irrlehre“ bezeichnen. Ich teile diese Lehre zwar nicht, wohl aber die Lehre von der Heilsgewißheit. Die Lehre von der Unverlierbarkeit des Heils hat durchaus einige Bibelstellen für sich aufzuführen und es ist am Ende eine Gewichtung der verschiedenen Aussagen des Wortes Gottes, wie man diese Spannung zwischen verschiedenen Stellen, die einerseits die Heilsgewißheit glasklar betonen und andererseits vor dem Verlust des Heils warnen, zusammensieht. Hier kann ich die Geschwister, die eine andere Sicht und Erkenntnis haben, ohne Probleme stehen lassen und werfe ihnen keine „Irrlehre“ vor. Ich weiß allerdings auch um die großen praktischen Gefahren der Lehre von der Unverlierbarkeit des Heils. Diese Gefahren schätze ich keinesfalls gering. Weshalb ich mit Nachdruck dazu rate, auch die Bibelworte, die vor dem Verlust des Heils warnen, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

      1. Lieber Bruder Tscharntke, danke für Ihre Antwort. Es ehrt Sie wenn Sie auf Grund von Bibelstellen demütige Rücksicht auf die Vertreter dieser Lehre nehmen. Die Argumente für die Lehre der Unverlierbarkeit des Heils sind mir bekannt. Aber diese Bibelstellen erklären mir die große Treue Gottes seinen Kindern gegenüber, aber nicht eine bedingungslose Aufrechterhaltung der Gotteskindschaft bei einem Abfall vom biblischen Glauben! Also Heilsgewißheit ja – Heilssicherheit nein!

        Ein paar Argumente (ganz kurz) gegen die Unverlierbarkeit des Heils:
        In Matth. 24 vergleicht der Herr Jesus seine zukünftige Gemeinde mit 10 Jungfrauen, es geht hier um echte Christen, denn am Anfang erwarteten sie alle noch den Bräutigam, aber durch ihr nachlässiges Leben – sie tanken bei Jesus nicht regelmäßig Öl, daher – ihr geistliches Leben stirbt ab. Bei der Wiederkunft Jesu muß Jesus leider bezeugen: „Ich kenne euch nicht!“ Was kann einem Menschen schrecklicheres passieren. Dieses Gleichnis ist eine prophetische allgemeine Aussage über seine damals zukünftige Gemeinde.
        Bei dem nächsten Gleichnis geht es um von Gott selber über die Gemeinde gesetzte Hirten. Hier geht es auch um echte Christen, denn Gott setzt doch keine Ungläubigen über seine Gemeinde. In diesem Gleichnis werden die treuen Hirten vom wiedergekommenen Herrn reichlich belohnt, aber die untreuen, die die Gemeinde geschlagen haben und die Welt wieder liebgewonnen haben, also abgefallen sind, vom Herrn zerteilt. Dieses Zerteilen spricht eine eindeutige Sprache!

        Im Gleichnis mit den Talenten die Jesus allen seinen Christen zur Mitarbeit an dem Reich Gottes gibt, sagt er über den bösen und faulen Arbeiter: „Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.“

        In dem Sendschreiben nach Laodizea warnt der Herr Jesus diese Gemeinde: Wenn sie ohne Buße ihren Weg so weiter gehen würden, dann würde er diese aus seinem Munde ausspeien!
        Wieder ein eindeutiges Bild, denn mit dem Ausgespieenen hat man abgeschlossen, es ist völlig nutzlos und ekelerregend.

        Dann dieses Wort: „Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“
        Dies bedeutet doch, wenn wir den lebenslangen Prozess der Heiligung aufgeben und die Welt wieder liebgewinnen, dann werden wir im neuen himmlischen Jerusalem keine Gemeinschaft mit unserem Herrn haben! Und wo sind wir dann?

        Meint dieses nächste Bibelwort, dass wir Christen machen können was wir wollen? „wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen; wenn wir verleugnen, so wird er uns auch verleugnen; wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Oder meint hier Jesus nicht, dass wenn Christen untreu sind und ihn verleugnen, dass er uns beim Vater dann auch verleugnen wird?

        Der nächsten Bibelverse sprechen für sich selbst: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig,
        sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird.“

        „Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!“
        Beachten Sie hier das Wort „wiederum“, dieses Wort bedeutet doch, dass dieser Abgefallene schon einmal das Opfer Jesu am Kreuz in Anspruch genommen hat, dann von ihm abgefallen ist und nun Jesus erneut kreuzigen will!

        Auch hat Jesus sich nicht getäuscht, als er den Judas zu den anderen Elf erwählt hatte. Kam nicht auch Judas mit den anderen Aposteln von der Aussendung hoch erfreut zurück, weil sie alle in der Vollmacht Gottes gearbeitet hatten?

        Ist nicht Judas genau wie Bileam, der auch eine Zeitlang ein Mann Gottes war, ein Musterbeispiel und eine Warnung vor dem Verlust des Heils? „
        Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich um Gewinnes willen völlig dem Betrug Bileams hingegeben und sind durch die Widersetzlichkeit Korahs ins Verderben geraten!“

        Wenn man man diese Unverlierbarkeit des Heils wiederum wörtlich nehmen würde, dann könnte man sündigen so oft und was man will, und man würde trotzdem gerettet werden.
        Auch das entlarvt diese Irrlehre.
        Aber was wäre dann das AT für ein unzuverlässiges Bilderbuch für das NT!
        Das AT warnt doch auch an zahlreichen Stellen vom Abfall von Gott! Natürlich gab es im alttestamentlichen Gottesvolk im Sinne des geistlichen wirklichen Gläubigen viele Ungläubige.
        Aber Jesus redete z.B. in der Endzeitrede, doch zu seinen Jüngern und über die Zukunft seiner Gemeinde!
        Abfallen kann ein Christ nur, wenn er auch vorher ein Christ war.

        Es gibt meines Erachtens die Möglichkeit, das der gute Hirte sein Schaf sucht und es aus dem Dornenstrauch befreien will und dieses Schaf dann die Möglichkeit hat zu Jesus zu sagen: „Lass mich doch bitte endlich in Ruhe, mir gefällt es hier!“
        Was kann solch einem dauerhaft unbußfertigen Christen passieren? Es kann wie Jesus uns durch die im „Vater Unser“ enthaltene „führe uns nicht in Versuchung“ uns Christen sagt,, passieren, dass Gott selber uns zum Feind wird! (genau wie Sie es in ihrer Predigt erklärt haben!)

        Wer soll den das „Vater Unser“ beten? Es können doch nur Christen gemeint sein!

        Liebe brüderliche Grüße,
        G. Behringer

        1. Lieber Bruder Behringer, die Argumente für die Gefahr eines Glaubensabfalls sind mir bekannt. Deshalb weise ich auf diese Gefahr hin, wie die Bibel dies selbst auch tut. Ich sehe auch die große Gefahr bei der Lehre von der Unverlierbarkeit des Heils, daß Leute dann meinen, worauf Sie zu Recht hinweisen: „dann könnte man sündigen so oft und was man will, und man würde trotzdem gerettet werden.“ Vertreter der Unverlierbarkeit des Heils erwidern darauf allerdings auch nicht völlig aus der Luft gegriffen: Solche Leute, die so denken, waren eben niemals wirklich wiedergeboren!“ Und da wir nicht in das Herz eines Menschen schauen können, sondern lediglich seine Worte hören und seine Taten sehen, können wir im konkreten Falle kaum jemals zuverlässig beurteilen, ob einer über Jahre und Jahrzehnte nur ein sensationell „guter“ frommer Heuchler war oder ob er im Laufe seines Lebens wieder vom Glauben abgefallen ist.

  2. Ich danke Ihnen für die erneuten unmißverständlichen Worte. Wer hören will wird hören.
    Ihnen eine besinnliche Adventszeit.
    Dr. Ingo Fritsche / Thüringen

  3. Lieber Bruder Jakob,

    herzlichen Dank für Ihre Mühe und umfassende Erklärung, auch was die Predigt darüber betrifft.

    Wie ist eigentlich der Holocaust zu verstehen?
    Überlebende berichteten einerseits, dass sie trotz ihres Elends und des Verlustes von Angehörigen, die in den Gaskammern starben, am Glauben festhielten, andere flehten den Herrn um Hilfe an – als diese ausblieb, zerbrach ihr Glaube.

    War dieses Schreckensszenario auch eine Prüfung des Allmächtigen gegenüber Seinem Volk?

    1. Liebe Schwester Sylvie, es ist immer schwer, konkrete Ereignisse geistlich zuverlässig zu deuten unter der Frage: was hat Gott damit beabsichtigt? Die Not kennt geistlich in der Tat immer zwei Ergebnisse: die Bestärkung im oder die Hinwendung zum Vertrauen aufGott oder die Abkehr. Auch in den Schützengräben des 2.Weltkriegs kamen Menschen zum Glauben und mancher Scheinglaube zerbrach. Das hängt letztlich wohl mit der Frage zusammen, ob sich die menschliche Hybris unter die Hand Gottes beugt oder sich gegen sie erhebt. In der Not demütigt sich der Eine unter seinen Gott und erkennt, wie völlig er von ihm abhängig und auf seine Gnade angewiesen ist. Wie kurz und bedeutungslos letztlich ein Leben ohne Gott ist. Der Andere erhebt sich stolz gegen Gott und sagt: an einen Gott, der solche eine Not zuläßt, will ich nicht glauben. Er weigert sich, sein falsches Gottesbild loszulassen und sich unter den allmächtigen Gott zu beugen. Im Hintergrund stehen natürlich auch geistliche Geheimnisse wie die Erwählung und das Gnadenwirken Gottes an jedem Einzelnen wie auch die Frage, wie sehr für einen Menschen gebetet wurde oder auch nicht.

      1. Vielen lieben Dank, lieber Bruder Jakob, für Ihre umfassende geistliche Erklärung, die mir sehr geholfen hat!

        Herzliche Grüße und eine gesegnete Adventszeit für Sie und Ihre Familie!

  4. Grüß Gott und Guten Morgen Herr Pastor Tscharntke,

    Sie haben mir vor einiger Zeit sehr gut erklärt,
    was Gott damit gemeint hat..

    Es ist ein Geschenk, wenn man das „Vater Unser“ in seiner Gänze versteht und ohne zu stocken, „und führe uns nicht in Versuchung“ durchbeten kann..

    Dafür bin ich Ihnen für immer dankbar !

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine gesegnete Adventszeit

    Ihre
    Johanna

  5. Kann man Trumps Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und die beabsichtigte Verlegung der US-Botschaft dorthin,
    prophetischen Aussagen der Bibel zu ordnen ?

    LG
    Johanna

    1. Liebe Johanna, ich denke schon, daß die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels sehr viel Bewegung in die Situation im Nahen Osten bringen wird. Das zeigen ja auch schon die ersten Reaktionen. Ich bin kein Prophet und habe dazu auch kein Wort des Herrn, aber es erscheint mir möglich bis wahrscheinlich, daß die Errichtung des nächsten Tempels damit in greifbare Nähe rückt. Und damit wären wir dann unmittelbar in den letzten Jahren vor der Wiederkunft Jesu. Im Detail müssen wir uns überraschen lassen, wie schnell alles gehen wird oder ob noch verzögernde Ereignisse eintreten werden. Im Moment habe ich aber nach wie vor den Eindruck, daß die Dinge sich im Tempo geradezu überschlagen.

  6. Lieber Kurt,
    da Sie mich erwähnten, fühle ich mich auch angesprochen und möchte Ihnen auf Ihren Kommentar antworten.
    Prinzipiell muß ich sagen, dass Franziskus diesen Unterschied vom Vater Unser zur Aussage im Jakobusbrief entdeckt hat, ist schon erstaunlich, aber völlig in Ordnung. Nur wie er dann mit dem (scheinbaren) Wiederspruch umgeht, dies deckt sein verkorkstes Verhältnis zum Wort Gottes auf. Das Papsttum wie die Päpste selber haben ja schon seit Jahrhunderten an der Bibel herumgeschraubt, also etwas nach ihrem Gutdünken verändert. Aber das beliebte Vater Unser verändern zu wollen ist selbst für die in großen Teilen abgefallene EKD ein starkes Stück (auch weil gerade ihre Lutherbibel 2017 damit kritisiert wird).

    Zu Ihrem Satz: „warum man irgendwelche Aussagen, irgendeines Irrlehrers zum Anlass nimmt, gleich einen Aufsatz zu verfassen.“ Dieser Mann, gerade in dem großen Mainstream in die Verbrüderung mit RKK ist er nicht irgend ein Irrlehrer.

    Und nun zu meiner persönlichen Sicht dieser Versuchung im Vater Unser:
    Eine Versuchung ist für mich normalerweise eine negative Kraft (wie mein altes Wesen, meine Begierden, meine Lüste usw.) oder ein persönliches Wirken des Satans. Oder beides.
    Bei der Versuchung im Vater Unser, müßte Gott selber, einen eindeutigen Befehl oder eine Erlaubnis zu etwas Bösem einem Menschen geben.
    Hier ein Vers in dem Jesus einen Befehl zu einer schrecklichen Sünde gibt: Johannes 13:27
    „Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn (den Judas) Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!“

    Hier wird nach meiner Meinung ein von Gott erwählter Apostel von Gott selber beauftragt/befohlen eine schreckliche Sünde zu tun. Dieser Judas ist ein Beispiel von einigen anderen verstockten, zur Umkehr zu Gott völlig unfähigen Menschen.

    Bitte argumentieren Sie doch bitte mit dem Wort Gottes.

    Liebe Grüße, G. Behringer

    1. Lieber G.Behringer, der von Ihnen zitierte Vers Johannes 13,27: „Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!“ sagt deutlich, daß der Schluß, daß Gott selbst den Judas beauftragt habe, diese Sünde des Verrats zu begehen, falsch ist. Denn Satan war in den Judas gefahren. Was wir hier wohl ziemlich deutlich in Richtung einer satanischen Besessenheit und völligen Machtübernahme Satans über das Denken und Handeln des Judas Ischarioth deuten müssen. Denn vom Bösen allgemein geleitet, war er schon vorher, als er geldgierig war etc.. Als Apostel wird Judas Ischarioth wohl ebenfalls kaum zu bezeichnen sein. Er gehörte zu den Zwölfen. Apostel nennt man sie meines Wissens erst ab Pfingsten, und da hatte Judas längst Selbstmord begangen.

      1. Lieber Bruder Jakob,
        hier ein Bibelvers der aufzeigt, dass Judas nicht von Anfang an ein Heuchler war, er entwickelte sich erst dazu: Lukas 6:13-16
        „Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
        Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
        Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischariot, der auch zum Verräter wurde.“

        1. Lieber Bruder Behringer, diese Aussage läßt durchaus nicht den verbindlichen Rückschluß zu, daß Judas nicht seinem Wesen nach von Anfang an ein Heuchler war. Er sagte lediglich, daß er später zum Verräter wurde.

        2. Joh 6,70
          Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und von euch ist einer ein Teufel.
          Dieser Vers zeigt des Herrn Jesu Vorauswissen in wunderbarer Weise, obwohl er wusste was mit Judas los war ein Dieb , Heuchler und sein Verräter, erwählte er Ihn zum Dienst. Dabei baute der Herr ihm immer wieder Brücken zur wahrhaftigen Buße. Selbst beim Verrat, wo er Ihn Freund nannte. Aber Judas kommt nicht wirklich zu Jesus. Er war niemals ein Bekehrter .
          So wie viele Menschen in Amt und Dienst in den Gemeinden und Kirchen sind, aber zur eigenen Ehre und nicht wirklich Bekehrte sind, sondern Mitläufer und lediglich Lippenbekenner.
          1.Joh 2,19
          Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, würden sie wohl bei uns geblieben sein; aber , damit sie offenbar würden, dass sie alle nicht von uns sind.

          ————————————————–

  7. Lieber Bruder Jakob,
    hier noch ein kleiner Nachtrag zu dem Thema „Kann Gott versuchen?“ oder „Kann ein Christ verloren gehen?“

    Vor kurzem hörte ich eine Online Predigt von Rolf Hille aus der (man staune!) FeG Gießen.
    https://www.feg-giessen.de/fileadmin/predigten/2883.mp3
    Nach meiner Meinung war diese sehr gut. Er unterschied dabei sehr fein die Heilsgewißheit von der unbiblischen Heilssicherheit.

    Ich war in mehrfacher Hinsicht sehr erstaunt. Erstens ist eine gute Predigt zu diesem Thema ein äußerst seltener Schatz. Zweitens dieser Rolf Hille war ein Mitunterzeichner der Kasseler Erklärung.

    Bis dahin war ich der Meinung, dass ein Christ, der so ein Verrat um eines scheinheiligen Friedens Willen mit den Pfingstlern/ Charismatikern begangen hatte, genauso wie Peter Strauch, der war für mich vom Glauben abgefallen oder mindestens auf dem Weg dazu. Diese Predigt war für mich eine Ermahnung mit solchen Menschen sehr Sorgfältig und überlegt umzugehen. Die Situation erinnerte mich sehr an: Matthäus 5:22
    „Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.“

    Genügend Ursache zum klagen hätte ich bei solchen Geschwistern ja schon, ich denke, wir sollten schon die Missstände und die falschen Entscheidungen schon aufdecken und ansprechen, aber wenn irgendwie noch Hoffnung besteht, will ich nicht derjenige sein, der den glimmenden Glaubensdocht von solchen Menschen austrete. Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass solche Pesonen, wenn noch möglich, zur Buße über solche Dinge finden und sich auch vor der Gemeinde öffentlich dafür entschuldigen.

    Liebe Grüße
    G. Behringer

    1. Rolf Hille ist wie leider so viele im heutigen evangelikalen Bereich eine zwiespältige Gestalt. Er hat zunächst viel Klarheit und Mut bewiesen, als er vor Jahrzehnten wohl noch zur Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ gehörte und damals in einer Schrift, die etwa den Titel trug „Wer will unser Pfarrer werden?“ auf die Bibelkritik breiter Teile der heranwachsenden Pfarrergeneration verwies. Unter viel Protest wurde er zu Beginn meiner Vikarszeit ins Dozentenkollegium am württembergischen Pfarrseminar in Birkach aufgenommen. Später wurde er Rektor der Tübinger Albrecht-Bengel-Hauses, von dem aus ich einst ebenfalls in Tübingen Theologie studiert hatte. Ich denke, daß er im Kern durchaus ein biblische Theologie vertritt, aber leider auch viel Undurchsichtiges und Unklares an sich hat. Wer die Kasseler Erklärung mitunterzeichnet hat, muß ein höchst zwiespältiges Wesen haben, denn die Kasseler Erklärung ist per se ein Dokument der gespaltenen Zunge.

  8. Lieber Herr Tscharntke,

    danke für Ihre Einschätzung !
    Ich teile Ihren Eindruck, dass sich die Dinge überschlagen
    voll und ganz.

    Die hasserfüllten pro-Palästina Demos in Berlin halte ich für
    sehr bedenklich..

    Es wird sogar gefordert, dass die Türkei in Israel einmarschieren solle..

    LG
    Johanne

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