FFF und Professor Jung vom Bibelseminar Bonn

Das Bibelseminar Bonn hat bisher meines Wissens einen guten Ruf in der bibeltreuen Welt. Um so verwunderter war ich bei der Lektüre des idea-spektrum-Beitrags (15.1.2020) „Was die Fridays-for-Future-Bewegung Christen zu sagen hat“. Der Beitrag ist aus der Feder von Prof. Friedhelm Jung, Dekan am Bibelseminar Bonn.

Wer nun einen tiefsinnigen und geistlich durchdachten Beitrag erwartet, wird herb enttäuscht. Beeindruckt von der öffentlichen Präsenz von Greta Thunberg und den Zahlen der fff-Bewegung meint Friedhelm Jung, hier so etwas wie einen Seismographen zu erkennen: „Sie spüren intuitiv, dass unser Planet vor dem Kollaps steht, weil mit unserem Lebensstil etwas nicht stimmt und viele Menschen … auf grenzenlosen Konsum setzen und keinen Gedanken an Nachhaltigkeit verschwenden“.

Daß sowohl das Phänomen Greta Thunberg wie auch die ganze fff-Bewegung ein von den Hintergrundeliten inszenierter Hype ist, um die Menschheit vor sich her zu treiben und finanziell auszuquetschen wie eine Zitrone, scheint Herrn Jung nicht in den Sinn zu kommen. Wer nur ein winziges bißchen die Geschichte und Hintergründe von Greta Thunberg und den fff-Kids anschaut, dem muß doch klar sein, was hier läuft! Ob so viel professoraler Naivität krieg ich den Mund vor Staunen kaum noch zu!

Ich bestreite außerdem mit allergrößtem Nachdruck, daß es vor allem „viele Menschen“ sind, die auf Konsum setzen. Ist es nicht vielmehr so, daß wir von Politik und Wirtschaft um des Wirtschaftswachstum und möglichst hoher Steueraufkommen willen auf Teufel komm raus in einen völlig unnötigen Konsum gezwungen werden? Echte Nachhaltigkeit kann eigentlich nur die Politik zusammen mit der Wirtschaft erreichen, indem z.B. endlich langlebige Produkte auf den Markt kommen. Das Gegenteil ist aber doch der Fall! Was haben etwa der Kampf gegen den Verbrennungsmotor, bei dem massenhaft hervorragende und funktionstüchtige Autos aus dem Verkehr gezogen und durch neue ersetzt werden müssen, oder die von der Politik verordneten irrsinnigen Maßnahmen bezüglich Gebäuderenovationen etc. etc. etc. mit Nachhaltigkeit zu tun? Oder der von der EU verordnete Biosprit-Anteil? Wenn wir bei all diesen Maßnahmen eine Gesamtenergiebilanz erstellen, werden wir vermutlich nahezu ausnahmslos feststellen, daß sie alle massiv der Umwelt schaden und vor allem den Zweck haben, den Menschen möglichst viel Geld aus der Tasche zu pressen.

Dasselbe gilt für die von Herrn Jung beklagten Plastikabfälle, die im Meer landen. Nicht der Konsument verpackt die Ware in Plastik. Das macht die Industrie. Und die Politik schweigt. Dabei ist das Thema Plastik doch uralt. „Jute statt Plastik“ war doch schon das große Motto vor 40 Jahren (https://www.deutschlandfunk.de/40-jahre-kampagne-jute-statt-plastik-bewusstsein-fuer.697.de.html?dram:article_id=414208). Aber die Politik hat dann das Thema für Jahrzehnte wieder komplett links liegenlassen und die Industrie weiter massenhaft Plastikmüll produziert. Das 3l-Auto war schon in den 1970er Jahren meines Wissens greifbar nahe aber ebensowenig politisch wirklich gewollt und durchgesetzt wie eine konsequente Vermeidung von Plastikmüll. Schließlich verdient der Staat an einem 6l-Auto erheblich mehr Spritsteuern als an einem 3l-Auto. Diesen Zusammenhang schon mal bedacht, Herr Jung?

Und dann kommt Herr Jung auch noch mit den weggeworfenen Lebensmitteln! Es wäre wichtig zu sehen, wieviel davon auf die Privathaushalte entfallen und wieviel auf Geschäfte und Gastronomie! Und wieviel von dieser Entsorgung noch verzehrbarer Lebensmittel durch Hygienevorschriften erzwungen werden? Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum ist doch in vielen Fällen exakt dazu da, um den Handel wie auch den Konsumenten zum unnötig schnellen Verbrauch oder Aussortieren und Wegschmeißen von Lebensmitteln zu veranlassen, die zum Teil noch Wochen, Monate und sogar Jahre genießbar sind!

Daß Herr Jung dann auch noch ins Märchenlied vom menschengemachten Klimawandel einstimmt, kann einen nicht mehr wundern. Glaubt der Mann denn alles, was ihm von Politik und Medien erzählt wird? In der gleichgeschalteten und offenbar von eigenem kritischem Denken befreiten Logik des Herrn Jung ist dann auch vor allem der Fleischkonsum für die Abholzung von großen Waldgebieten verantwortlich. Daß längst massenhaft Agrarfläche benötigt wird zur Gewinnung von Biosprit und für Biomasse zur Befüllung von Biogasanlagen, hat er offenbar noch nicht mitbekommen! Statt sich selbst umfassend und kritisch zu informieren, schwatzt der Herr Professor lieber nach, was andere ihm vorgekaut haben. Entsetzlich!

Laßt uns darum beten, daß Herr Professor Jung und mit ihm das Bibelseminar Bonn in Zukunft wieder mehr vom Geist des Herrn und weniger vom Geist der Zeit geleitet werden! Denn schließlich werden die Leute vom Bibelseminar Bonn in vielen bibeltreuen Gemeinden zu Predigtdiensten eingeladen bzw. bekommen Pastoren und Prediger, die dort ausgebildet wurden. Wenn die nun solchen Unsinn erzählen, dann werden massenhaft fromme Christenmenschen denken: wenn nicht nur Politik und Medien das erzählen, sondern auch die Prediger vom Bibelseminar Bonn, dann muß das ja wohl wahr sein.

Gott behüte uns davor!

2 Antworten auf „FFF und Professor Jung vom Bibelseminar Bonn“

  1. Lieber Bruder in Christus, Jakob Tscharntke
    Ihren Gedanken kann ich mich genau so anschließen.
    Wie ist es nur möglich, dass anscheinend geisteswache Menschen wie Professor Jung in diese Kerbe schlagen? Der hat doch Verstand.
    Schätzt er jetzt schon die Folgen einer eindeutigen Haltung ab und hat Angst vor möglichen Repressalien? Es geht doch hier um die Ewigkeit und nicht um 80 Jahre relativen friedlichen Erdenlebens. Ihre Aufforderung für Ihn zu beten, kann helfen.

  2. hier in Chemnitz wir neuerdings in der Mittagszeit in der Kirche ein „Klimagottesdienst“ angeboten für ältere Leute, die aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr an der FFF-Demo mit teilnehmen können !!!
    Unglaublich was die Kirche sich da leistet.

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