Diener eiert rum

Im Mai 2014 veröffentlichte die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) das Papier „Rechtfertigung und Freiheit“ zum Reformationsjubiläum 2017. Dieses Papier sorgt seither für erheblichen Wirbel. Unter anderem deshalb, weil die EKD darin ganz offiziell feststellt, daß sie die Bibel nicht mehr als offenbartes Gotteswort sieht. Dagegen erhebt Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, nun seine Stimme. Allerdings fehlt dieser Stimme jede Kraft und Glaubwürdigkeit. Denn Diener ist selbst – siehe verschiedene ältere Kommentare unter „kurz bemerkt“ – ein Anhänger der bibelkritischen Theologie. Entsprechend verbindet er mit seiner Kritik am Schriftverständnis der EKD auch gleich eine Kritik am Schriftverständnis des Pietismus. Dieser möge in der Gefahr stehen „die menschlich und geschichtlich gewordene Gestalt des Wortes Gottes zu wenig wahrzunehmen“. Sprich: der Pietismus ist Diener nicht bibelkritisch genug. Diener begreift dabei nicht, daß man nicht ein „bißchen“ bibelkritisch sein kann. Auch ein bißchen Bibelkritik ist Bibelkritik! Auch ein bißchen Bibelkritik läßt den Respekt vor der Heiligen Schrift als Gottes Offenbarung vermissen. Auch ein bißchen Bibelkritik entzieht der Schriftauslegung ganz den Boden und macht sie zu einem Akt der Willkür.
Lieber Michael Diener, rumeiern bringt nichts. Bekennen Sie sich ohne Wenn und Aber dazu, daß die ganze Heilige Schrift Gottes offenbartes Wort ist. Verwerfen Sie ohne Wenn und Aber die historisch-kritische Theologie. Oder hören Sie auf, die in der historisch-kritischen Theologie begründeten Fehlentwicklungen zu bejammern. Denn Sie sind an diesen Fehlentwicklungen genauso mitschuldig, solange Sie theologisch rumeiern anstatt überzeugend ein klares bibeltreues Schriftverständnis zu vertreten.

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