Sollen Jugendämter zu Visitationsbehörden christlicher Jugendarbeit gemacht werden?

In idea-spektrum vom 17.5.2017 hat mich eine Meldung stutzig gemacht. Danach hat die „Evangelische Jugend Oldenburg“ eine Petition gestartet. Ziel dieser Petition soll es sein, einen Gesetzesentwurf des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ zu stoppen. Denn dieser Gesetzesentwurf sieht demnach vor, daß künftig alle Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Meldepflicht unterliegen. So soll jeder Veranstalter eines Jugendtreffs verpflichtet werden, gegenüber dem Jugendamt detaillierte Angaben zum Konzept und der Ausbildung auch des ehrenamtlichen Personals zu machen.

De facto würden damit die Jugendämter zu Kontrollbehörden christlicher Jugendarbeit gemacht. Das wäre ein Eingriff in die Unabhängigkeit christlicher Kirchen und Gemeinden mit Registrierungspflichten, wie wir sie aus dem 3.Reich, dem ehemaligen Ostblock, aus China sowie anderen totalitären Staaten kennen.

In dieselbe Richtung war wohl schon der Vorstoß gegangen, daß Gemeinden mit den Landratsämtern einen Vertrag unterzeichnen sollten, daß sie von Mitarbeitern der Kinder- und Jugendarbeit sich regelmäßig ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen lassen. Hier ging es vordergründig um den Schutz der anbefohlenen Kinder und Jugendlichen vor sexuellem Mißbrauch. Das Geschehen hat sofort mein höchstes Mißtrauen hervorgerufen und bei mir alle Alarmglocken klingeln lassen. Denn warum sollten hier derart massive Geschütze aufgefahren werden, während Sexualdelikte von unserem Staat generell wie Kavaliersdelikte bestraft werden und die Grünen noch vor nicht allzu langer Zeit ungestraft Sex mit Kindern fordern durften? Ich konnte mich deshalb von vorneweg nicht des Eindrucks erwehren, daß wir es hier um den Übergriff eines sich immer totalitärer gebärdenden Staatsapparats in den Bereich auch der christlichen Kinder- und Jugendarbeit handelt. Damals war der Widerstand und die Empörung auch von Seiten weltlicher Vereine so groß, daß dieses Vorhaben nach meiner Wahrnehmung de facto wieder weitestgehend eingestampft wurde. Der neue Gesetzentwurf scheint diesem totalitären Übergriff eine neue Spitze aufsetzen und ihn von oben herab gesetzlich festschreiben zu wollen. Das wäre der Anfang vom Ende der Religionsfreiheit. Erst in meiner gestrigen Predigt (siehe: http://www.nbc-jakob-tscharntke.de/Predigtarchiv-2017 oder  http://www.efk-riedlingen.de/predigtarchiv/index.php ) habe ich darauf hingewiesen, wie sehr unser Rechtssystem an einem seidenen Faden hängt und mit ihm auch die grundgesetzlich verankerte Religions- und Meinungsfreiheit!

Besonders schlimm und leider wohl auch bezeichnend für die längst erfolgte Gleichschaltung der Deutschen Evangelischen Allianz ist, daß auch deren Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages den Vorstoß im Grundsatz befürwortet. Er kritisiert zwar den zu erwartenden Verwaltungsaufwand. Zugleich betont er, daß die Meldepflicht auch in Kirchengemeinden sinnvoll sei. Sein Argument: „Es gibt leider viele Nischen, in denen Jugendliche Opfer von Übergriffen werden oder in denen es zu ideologischen Manipulationen kommt.“

Dieses „Argument“ läßt zugleich erahnen, was ein wesentliches Ziel des Gesetzesentwurfs sein dürfte: Kontrolle und Einflußnahme auf die christliche Verkündigung in Kinder- und Jugendgruppen, damit es dort nicht zu „Manipulationen“ kommt! Staatliche Jugendämter müssen demnächst also die Konzepte christlicher Kinder- und Jugendarbeit genehmigen?!

Die Antifa, die natürlich niemals manipuliert und auch niemals Gewalt anwendet, wird von staatlichen Organen dagegen unterstützt. Aber christliche Kinder- und Jugendarbeit muß verstärkt unter Beobachtung gestellt werden. Vielleicht wird demnächst auch der Verfassungschutz damit beauftragt, christliche Jugendarbeit unter Beobachtung zu nehmen. Das wäre dann wohl der nächste Schritt. Insbesondere dort, wo noch bibeltreue Verkündigung geschieht! Dann lesen wir demnächst in der Zeitung: „Die Krabbelgruppe der Gemeinde xy wird vom Verfassungsschutz beobachtet“.  Das kommende Reich des Antichristen läßt grüßen!

Hat jemand von Euch mehr darüber gehört?

Eine Antwort auf „Sollen Jugendämter zu Visitationsbehörden christlicher Jugendarbeit gemacht werden?“

  1. Mit dem Thema Ehe für alle wollte ich mich nicht beschäftigen. Das Theater ist ja doch immer das gleiche. Die sich für modern und aufgeklärt halten, haben halt einen Heidenspaß daran, gerade das in den Dreck zu ziehen, was denen, die Tradition für überindividuelle Intelligenz halten, also den Ewiggestrigen, besonders am Herzen liegt.

    Das tatsächliche Ausmaß des Theaters hat mich dann doch überrascht. Offenbar wird eine neue Phase eingeleitet. Es genügt nicht mehr, nix gegen Homos zu haben und ihnen auch eine rechtliche Gleichstellung in den Bereichen zu gönnen, in denen Dritten kein Schaden zugefügt werden kann. Nein, man ist jetzt schon „homophob“, also zwanghaftig gesteuert, wenn man es für ein Verbrechen hält, daß Homopaare wehrlose Kinder adoptieren können. (Man wird sie ja wohl danach beurteilen dürfen, wie sie sich demonstrativ auf ihren Umzügen aufführen.)

    Es geht um Demokratie und Menschenrechte. Das ist die neue unduldsame Religion, nachdem es mit dem sozialistischen Wirtschaften nicht so recht geklappt hat.

    Da ein Christ es natürlich auf keinen Fall für gut heißen kann, daß ohne Not die jahrtausendelang bewährte Schöpfungsordnung zerschlagen wird, geht von christlicher Kinder- und Jugendarbeit eine Gefahr aus. Da muß sich die Demokratie wehrhaft zeigen. Der Staat muß kontrollieren, damit aus solchen Anfängen nicht das entsteht, was in der DDR feindlich negativ hieß und was in der Neuen BRD Rechts heißt.

    „Personen, die in Gruppen oder individuell dem Sozialismus wesensfremde politisch-ideologische Haltungen und Anschauungen absichtsvoll entwickeln und in ihrem praktischen Verhalten durch gezieltes Hervorrufen von Ereignissen oder Bedingungen, die die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung generell oder in einzelnen Seiten gefährden oder schädigen, eine Verwirklichung dieser Haltungen und Anschauungen anstreben.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Feindlich-negative_Person

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